Wie sehr in Deutschland die materielle Situation der Familie über die Chancen von Kindern entscheidet, zeigt der im Auftrag von UNICEF von Forschenden aus dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) erstellte Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2025.
Wenngleich Deutschland zu den wohlhabendsten Ländern der Welt gehört, wächst bundesweit fast jedes zehnte Kind unter 18 Jahren mit erheblichen materiellen und sozialen Entbehrungen auf. Das entspricht rund 1,3 Millionen Kindern und Jugendlichen, bei denen grundlegende Bedürfnisse nicht gestillt werden, da beispielsweise ein zweites Paar ordentliche Schuhe fehlt, eine einwöchige Urlaubsreise im Jahr nicht bezahlt oder die Wohnung nicht ausreichend beheizt werden kann. In Deutschland leben damit relativ viele Kinder und Jugendliche in armutsgefährdeten Familien – sowohl im Vergleich zu wirtschaftlich starken Ländern wie Finnland oder Norwegen als auch im Vergleich zu wirtschaftlich schwächeren wie Slowenien oder Portugal. Dieses zentrale Ergebnis des neu erschienenen UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2025 ist besonders alarmierend, weil sich Armut auf alle Lebensbereiche betroffener Kinder und Jugendlicher negativ auswirkt.
Der 155-seitige Bericht liefert umfassende empirische Ergebnisse und Analysen zu sechs zentralen Dimensionen des kindlichen Wohlbefindens: materielle Situation, Bildung, soziale Beziehungen, sicheres Aufwachsen und Risiken, Gesundheit sowie subjektives Wohlbefinden.
Seit dem Jahr 2006 bündelt UNICEF mit seinen Berichten zur Lage der Kinder in Deutschland die wichtigsten verfügbaren Erkenntnisse über das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. In diesem Jahr wurde der Bericht durch Forschende des Deutschen Jugendinstituts (DJI) erarbeitet. Grundlage bilden unter anderem Daten und Analysen des DJI-Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A), der „EU-Statistik zu Einkommen und Lebensbedingungen“ (EU-SILC), der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie „Health Behavior in School-aged Children“ (HBSC) der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie der Schulleistungsvergleichsstudie PISA.