Die Deutschland-Auswertung des Eurodesk Youth Information Survey 2025 zeigt deutlich, dass junge Menschen in Deutschland offen für Auslandsaufenthalte, insbesondere für Reisen, Praktika, Arbeit oder Studien im Ausland sind. Dennoch schätzen die rund 1.800 Befragten aus Deutschland die Vorteile von Auslandsaufenthalten für ihr persönliches und berufliches Leben geringer ein, als Jugendliche in anderen Ländern. Besonders fallen die von den jungen Teilnehmenden genannten Hürden ins Auge, wie Klimasorgen, die Angst vor verpassten Chancen im Heimatland während des Auslandsaufenthaltes oder die Befürchtung vor einer Verlängerung der Studienzeit.
Ein auffälliges Ergebnis ist die Bedeutung der Familie: 38 % der deutschen Jugendlichen, die einen Auslandsaufenthalt gemacht haben, geben an, sich bei Informationen und Unterstützung im Bewerbungsprozess auf ihre Familie zu verlassen. Dieser Wert liegt deutlich über dem internationalen Durchschnitt.
Auch bei den Hinderungsgründen zeigen sich Unterschiede. Klimasorgen werden von 41 % der Befragten in Deutschland genannt und damit deutlich häufiger als im europäischen Durchschnitt. Zudem ist die Angst, durch einen Auslandsaufenthalt Chancen im Heimatland zu verpassen, mit 49 % besonders ausgeprägt.
Ein weiterer Aspekt betrifft den Bildungsweg: 43 % derjenigen, die keinen Auslandsaufenthalt gemacht haben, sorgen sich um eine mögliche Verlängerung ihres Studiums. Gleichzeitig berichten 19 % der Befragten mit Auslandserfahrung, dass sich ihr Studium tatsächlich verlängert hat.
Die Ergebnisse zeigen, dass Informations- und Beratungsangebote in Deutschland stärker auf die konkreten Bedenken junger Menschen eingehen sollten. Dazu zählen insbesondere Klimasorgen, die Angst, durch einen Auslandsaufenthalt Chancen zu verpassen, sowie Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf den Bildungsweg.
Die zugrunde liegende Online-Befragung wurde zwischen Oktober und November 2024 in 36 europäischen Ländern durchgeführt. Ergänzend zur europaweiten Analyse wurden spezifische Vergleiche zwischen deutschen und internationalen Jugendlichen vorgenommen.