Außerschulische Bildung 1/2026

DIMR-Forschungsbericht „Abwehr in der rassismuskritischen Bildungsarbeit“

Der Forschungsbericht des Deutsches Institut für Menschenrechte (DIMR) mit dem Titel „Abwehr in der rassismuskritischen Bildungsarbeit“ ist im November 2025 erschienen. Er ist das Ergebnis des Projekts ABRAKA, in dem zwischen 2022–2024 großflächig untersucht wurde, wie Abwehrreaktionen in rassismuskritischen Lernräumen wirksam werden – welche Formen sie annehmen, welche Bedingungen sie begünstigen und wie sie produktiv in Reflexion und Handlung überführt werden können. Abwehrreaktionen wie Verleugnung, Täter-Opfer-Umkehr, Rückzug oder Relativierung sind kein Randphänomen, sondern zeigen sich als integraler Bestandteil von Lern- und Bildungsprozessen in rassismuskritischen Kontexten.

Der Bericht verbindet methodisch qualitative, partizipative Ansätze mit Praxiswissen aus der Bildungsarbeit: Interviews mit Trainer*innen und Expert*innen, teilnehmende Beobachtungen in Workshops sowie Gruppendiskussionen wurden ausgewertet. Er richtet sich explizit an Praxis, Forschung und Politik – denn rassismuskritische Bildung braucht Räume, in denen Unsicherheit, Emotion und Fehler zulässig sind, ohne dass Rassismus relativiert wird.

Im Bericht wird deutlich: Abwehr ist vielgestaltig und hängt von Rahmenbedingungen wie Zeit, Raumgestaltung und institutioneller Einbettung ab. Professionelle Begleitung – z. B. durch Beziehungsgestaltung, biografische Reflexion und sichere Lernräume – kann Abwehr nicht vollständig eliminieren, aber ihr Potenzial für produktive Auseinandersetzung erhöhen. Die Publikation legt nahe, dass Bildungsformate, die nachhaltiger rassismuskritisch wirken wollen, strukturelle Förderung brauchen, besser didaktisch auf Machtverhältnisse, emotionale Dynamiken und institutionelle Bedingungen eingehen zu können.

Quelle: Infomailing des DIMR vom 21.11.2025