Eine Auswahl lokaler Selbstorganisationen, die in Folge von Rechtsterrorismus entstanden sind:
- Initiative 19. Februar Hanau; https://19feb-hanau.org
- Keupstrasse ist überall (Köln); https://keupstrasse-ist-ueberall.de
- Initiative 6. April (Kassel); https://initiative6april.wordpress.com
- Freundeskreis im Gedenken an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992; https://gedenkenmoelln1992.wordpress.com
- Initiative Duisburg 1984; www.inidu84.de
- Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş; http://burak.blogsport.de
- Initiative zum Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân; https://inihalskestrasse.blackblogs.org/author/inihalskestrasse
Eine Auswahl von Bildungsinitiativen und Bildungsmaterialien:
- „Da war doch was!“ – Schulische und außerschulische Bildungsmaterialien zum rassistischen und extrem rechten Brandanschlag in Solingen 1993; https://brandanschlag-solingen-1993.de
- Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“, u. a. mit Handreichungen zum Pogrom in Rostock-Lichtenhagen 1992 und im Gedenken an die Ermordung von Mehmet Turgut durch den NSU. Das Dokumentationszentrum schafft Orte der Auseinandersetzung mit Rassismus und rechter Gewalt und trägt zu einem nachhaltigen Gedenken bei; https://lichtenhagen-1992.de
- BiLaN – „Bildungsinitiative Lernen aus dem NSU-Komplex“ ist ein Netzwerk von Multiplikator*innen der politischen Bildungsarbeit; https://bilangegenrechts.wordpress.com; siehe auch: https://politischbilden.de/expertise/bilan
- Die Bildungsinitiative Ferhat Unvar hat es sich zur Aufgabe gemacht, Aufklärungsarbeit zu betreiben und das Vermächtnis von Ferhat Unvar weiterzutragen, „Damit kein Kind mehr durch die Hand eines rassistischen Terroristen umgebracht wird.“; www.bildungsinitiative-ferhatunvar.de
Die im Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG e. V.) zusammengeschlossenen Fachberatungsstellen sorgen dafür, dass die Betroffenen und Angegriffenen nicht alleine bleiben. Über die Website des Verbandes finden Betroffene Beratung und Unterstützung in allen Bundesländern. Die professionelle Beratung und Unterstützung der Beratungsstellen richtet sich an direkt und indirekt Betroffene, ihre Angehörigen sowie an Zeug*innen eines Angriffs.
Auf Wikipedia gibt es eine ausführliche und aktuelle Liste von Initiativen zu Betroffenen- und Opferschutz:
TASBAH ist ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Angehörige und Überlebende des rassistischen und rechtsterroristischen Attentats am 19. Februar 2020 in Hanau. Es ist entstanden aus der Vernetzung von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen mit dem Ziel, Überlebende und Hinterbliebene durch ein traumasensibles, aufsuchendes und sozialraumnahes Beratungsteam und -angebot (TASBAH) bei der Bearbeitung der existenziellen und individuellen Folgen professionell vor Ort begleiten zu können.
Die Webdokumentation Gegen uns. Betroffene im Gespräch über rechte Gewalt nach 1990 und die Verteidigung der solidarischen Gesellschaft sammelt die Lebensgeschichten von Menschen, die aus unterschiedlichen rechten Motiven seit 1990 angegriffen wurden. Ihre Perspektiven und Erinnerungen und die der ihnen nahestehenden Menschen sind dabei zentral. Sie machen sowohl die Auswirkungen deutlich, die die Gewalt auf ihr Leben hat, als auch die gesellschaftlichen Folgen von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt. Beim Zuhören wird deutlich: Rechte Gewalt richtet sich gegen die Betroffenen und auch gegen uns alle.
Zur Webdokumentation Gegen uns gehört ein Methodenheft für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Es kann hier bestellt oder heruntergeladen werden:
Der Schwerpunkt: „RECHTER TERROR. Ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag in Hanau“ auf dem Migrationspolitischen Portal der Heinrich-Böll-Stiftung „Heimatkunde“ fragt nach politischen, juristischen und zivilgesellschaftlichen Antworten auf rechten Terror und rückt die Frage nach der Sicherheit in der offenen und pluralen Gesellschaft in den Fokus.
Das Dossier „Fünf Jahre Gegenwart. Von Hanau über Mölln nach Berlin“ der Heinrich-Böll-Stiftung vereint Stimmen von Betroffenen, Überlebenden, Angehörigen und Künstler*innen, die sich für eine solidarische Erinnerungskultur einsetzen, die die Perspektiven der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ins Zentrum stellt. Mit Texten von Said Etris Hashemi, Nouha El Jazouli, Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık, Ali Şirin, Newroz Duman und Rachel Spicker, Tanasgol Sabbagh, Temye Tesfu sowie einem Video-Interview mit Valentino Kierpacz. Das Dossier wurde von Elona Beqiraj kuratiert.
Im Zeitraum von 2000–2024 haben die radikalen Rechten zahlreiche grenzüberschreitende Kontakte aufgebaut und sich weitflächig vernetzt: 3.000 Redner*innen von 1.800 verschiedenen Organisationen nahmen an 302 Konferenzen und anderen Veranstaltungen in 35 Ländern teil. Auf diese Zahlen verweist die Studie: Internationale Netzwerke der radikalen Rechten. Autor Thomas Greven hat im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung zwei Übersichtsstudien zu Europa und den USA verfasst, in denen er die Strategien internationaler rechter Netzwerke analysiert. Dabei schaut er sich die Triebkräfte des Aufstiegs rechter Bewegungen an und gibt Handlungsempfehlungen. Dr. Thomas Greven ist Privatdozent für Politikwissenschaft am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität Berlin und selbstständiger Autor, Referent und Politikberater. Seit 2002 ist er Mitorganisator eines transatlantischen Netzwerks zur Bekämpfung der radikalen Rechten.
CeMAS, das Center für Monitoring, Analyse & Strategie hat im April 2024 eine Datenbank veröffentlicht, in der alle rechtsterroristischen Taten seit der Enttarnung des NSU gesammelt und ausgewertet werden. Jenseits der Erfassung finden sich hier auch Analysen, die bspw. Auskunft darüber geben können, was CeMAS als Terrorismus einstuft und warum.
FORENA ist eine Forschungsstelle der Hochschule Düsseldorf mit dem Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus.
KomRex – Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration ist eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die sich mit den Themenfeldern des Rechtsextremismus und -populismus, Radikalisierung, Demokratiebildung und -förderung sowie gesellschaftlicher Integration beschäftigt. Es gibt dort eine umfangreiche Liste von Expert*innen.
In der Podcastserie „Vor Ort“ von NSU Watch und VBRG e. V. sprechen die unabhängigen Opferberatungsstellen, Betroffene und andere Expert*innen darüber, wie Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt den Alltag vieler Menschen beeinträchtigen und beeinflussen. Mittlerweile gibt es 54 Folgen.
NSU-Watch wird von einem Bündnis aus rund einem Dutzend antifaschistischer und antirassistischer Gruppen und Einzelpersonen aus dem ganzen Bundesgebiet getragen, die seit über einem Jahrzehnt zum Themenkomplex arbeiten. Von 2013 bis 2018 war der Kern der Arbeit die Beobachtung des Prozesses in München. An jedem der 438 Verhandlungstage war NSU-Watch im Gerichtssaal vertreten. Sie berichteten über Social Media und erstellten detaillierte Protokolle. Darüber hinaus war die Beobachtung von Parlamentarischen Untersuchungsausschüsse zum NSU-Komplex zentraler Bestandteil der Arbeit. Hierzu bildeten sich in mehreren Bundesländern regionale NSU-Watch-Gruppen.
Doing Memory ist das Ergebnis von Workshops in Rostock, Athen, Oslo und London zur interdisziplinären Forschung im Bereich der Erinnerungskultur. Die Seiten stellen Ergebnisse der Workshops vor und geben Einblicke in die Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnisse über Erinnerungspraxen und Doing Memory. Themen sind rechte Gewalt in Europa, Demokratie, Konflikte und Probleme im Bereich der Erinnerungskultur, die Perspektive der Betroffenen, verschiedene praktische Erinnerungsformen und -formate sowie Zukunftsvisionen. Ziel ist der Austausch über verschiedene Sichtweisen und Erfahrungen mit einem Doing Memory an rechte Gewalt in verschiedenen kulturellen Kontexten. Auf den Seiten finden sich Interviews mit den Workshop-Teilnehmenden sowie Einblicke in die Motivationen der Wissenschaftler*innen hinter dem Projekt.
Belltower.News ist die journalistische Plattform der Amadeu Antonio Stiftung: Gemeinnütziger Journalismus klärt – zugänglich für alle – auf über Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und alles, was die Demokratie gefährdet. Mit Recherchen und Reportagen, Kolumnen und Kommentaren, Interviews und Demoberichten setzen sich die Journalisten für eine digitale Zivilgesellschaft ein. Sie bieten Fakten, um die Menschen zu stärken, die jeden Tag für die Demokratie eintreten. Sie geben Betroffenen rechter, antisemitischer und rassistischer Gewalt eine Stimme. Die Artikel sind frei zugänglich.