Was politische Bildung (nicht nur) mit Kindern ausmacht
Der Begriff der politischen Bildung umfasst mehrere Dimensionen, die von einzelnen Bildner*innen und Akteur*innen unterschiedlich stark gewichtet werden. Es gibt keine klare Abgrenzung oder gar eine allgemeingültige Definition und die Bandbreite an Formaten ist groß. In den Diskussionen um Ziele und Aufgaben der politischen Bildung ist man sich jedoch weitgehend einig, dass ihr ein weiter Politikbegriff zugrunde liegt, der sich auf gesamtgesellschaftliche Aushandlungsprozesse und nicht nur auf staatliches Handeln bezieht. Persönliche Erfahrungen in ihrer politischen Dimension erkennen und die Alltagsrelevanz politischen Handelns sichtbar machen, gehört somit zu den Kernaufgaben politischer Bildung. Sie befähigt Menschen – selbstverständlich auch Kinder – zu politischem Engagement und Teilhabe an gesellschaftlichen Strukturen und Prozessen.
Zum Gelingen dieser Kernaufgabe tragen grundlegende Prinzipien der non-formalen politischen Bildung Wir zitieren hier Kernelemente, wie sie Alexander Wohnig formuliert (vgl. Wohnig 2020) und ordnen diesen Schlagwörter zu, um im Weiteren darauf zu verweisen. bei. Auf einige werden wir am Praxisbeispiel der Medien Mädchen AG eingehen:
- Freiwilligkeit und Partizipation: „Freiwilligkeit und Ermöglichung von Partizipation der Teilnehmenden bei der Gestaltung des Bildungsprozesses“
- Teilnehmendenorientierung und Lebensweltbezug: „Offenheit der Themenwahl, d. h. subjekt- und lebensweltorientierte Gestaltung der Bildungspraxis“
- Ergebnisoffenheit: „Offenheit der Formate und Handlungsformen, sodass auch politisches Handeln möglich wird“
- Zutrauen: pädagogisches „Vertrauen“ und „Zutrauen“ bezüglich der Fähigkeiten der Teilnehmenden.
Schleim machen vs. politisch bilden?
Das politische Medienprojekt KOMMA ist ein kommunal gefördertes Projekt des Vereins Die Kopiloten e. V. in Kassel und richtet sich an Mädchen und junge Frauen zwischen 6 und 27 Jahren sowie an queere Jugendliche. KOMMA geht von einem weit gefassten Politikbegriff aus und verfolgt den Ansatz der kritischen politischen Bildung (vgl. Chehata et al. 2023). Mit medienpraktischen Methoden, z. B. mit einem Filmdreh, können bearbeitete Themen artikuliert und auf Wunsch veröffentlicht werden. Die Medien Mädchen AG an einer Kasseler Grundschule ist ein wöchentlich stattfindendes Nachmittagsangebot für Drittklässlerinnen im Rahmen des Projekts KOMMA. Die AG will den Raum für das Sprechen über (eigene) Diskriminierung(serfahrungen) oder andere politische Themen, welche in der Schule nur selten Platz finden, vergrößern und stellt die Themen der Teilnehmenden in den Mittelpunkt.

Um das Prinzip der Freiwilligkeit eines Angebots und das Ziel einer politischen Bildung für Alle zu erreichen sind oft Kompromisse nötig. Die Medien Mädchen AG findet an einer Ganztagsgrundschule statt. So können Kinder teilnehmen, denen aufgrund ihres Alters oder ihrer sozialen Stellung der Zugang zu anderen Angeboten oft verwehrt bleibt. Auch wenn die Teilnahme an einer Nachmittags-AG verpflichtend ist, sieht das Konzept eine Freiwilligkeit innerhalb der AG vor. Die Mädchen können bei jedem Treffen entscheiden, ob sie inhaltlich mitmachen wollen oder nicht.
Persönliche Erfahrungen in ihrer politischen Dimension erkennen und die Alltagsrelevanz politischen Handelns sichtbar machen, gehört zu den Kernaufgaben politischer Bildung.
Um die eingeschränkte Freiwilligkeit auszugleichen, bekommt das Prinzip der Partizipation eine besondere Bedeutung. Die Themen werden von den Mädchen selbst gewählt: Dazu schrieben die Teilnehmenden in der ersten AG-Zeit auf einer Ideen-Wand, was sie gern machen wollen. Zum Beispiel: schminken, Schleim (4 x), Popit selber machen, tanzen, TikTok (3 x), Filme gucken, Filme machen – also eine sehr breite Auswahl an Aktivitäten, aber nicht die Art von Themen, die die Bildnerinnen bei der AG-Konzeption antizipiert hatten. In der Nachbereitung der ersten AG-Zeit standen diese daher ihren zwei Ansprüchen gegenüber: Partizipation ermöglichen und zu „wirklich“ politischen Themen arbeiten.
In der Reflexion wurde deutlich, dass die Ideen-Wand und die formulierte Aufgabe aus Erwachsenenperspektive gedacht waren. Die damit verbundenen Erwartungen wurden den Teilnehmenden nicht kommuniziert. Am Partizipationsanspruch und der Ergebnisoffenheit des Projekts orientiert wurde in der zweiten AG-Phase über alle genannten Themen abgestimmt und das Thema Schleim stand fest. Für die Bildnerinnen stellte sich erneut die Frage, wie sie zugleich die von den Kindern geäußerten Wünsche ernst nehmen und die Bildungsansprüche des Projekts erfüllen sollten.
Schleim ist politisch!?
Im Rahmen der Abstimmung wurde von den Kindern das Thema Schleim konkretisiert: Es sollte darum gehen, selbst Schleim herzustellen. Die Mädchen begründeten diesen Wunsch damit, dass es sonst keinen Ort gäbe, an dem sie das machen konnten. Und mit dieser Begründung wurde klar: Schleim machen ist politisch! Denn wenn es für die Mädchen keinen Ort gibt, um Schleim zu machen, ist das ein Problem. Damit gab es für die Bildnerinnen einen klaren ersten Ansatz, wie sie den Wunsch der Kinder aufgreifen und die AG im Sinne einer ergebnisoffenen, partizipativen, lebensweltbezogenen, kritischen politischen Bildung weiter gestalten können.
Mit der folgenden Auseinandersetzung begann die interessensbasierte Wissensvermittlung und die politischen Dimensionen von Schleim wurde für Bildnerinnen und Kinder deutlich. Schleim machen ist bei Weitem kein großer Aufwand. Die meisten Rezepte sind zwar umweltschädlich, es gibt aber auch umweltfreundliche Varianten. Warum also ist diese Freizeitgestaltung für die Mädchen in der Regel nicht umsetzbar? Um das zu erarbeiten, wurden im nächsten Schritt die Kinderrechte thematisiert. Die Mädchen lernten die Kinderrechte kennen, erfuhren, warum es extra Rechte für Kinder gibt und dass sie diese einfordern dürfen. Sie stellten fest, dass nicht alle Rechte umgesetzt werden und dass das ein Problem ist.
Die Kinderrechte wurden thematisiert, um den Mädchen aufzuzeigen, dass die Gesellschaft den Anspruch hat, Kinder in ihren Bedürfnissen wahrzunehmen und diese auch mitgestalten zu lassen. Ziel war es, ihnen mitzugeben, dass es nicht nur legitim ist, die Freizeitgestaltung an öffentlichen Orten mitgestalten zu wollen, sondern sie dies sogar einfordern dürfen. Die Vermittlung der Kinderrechte stand somit in direktem Zusammenhang mit dem geäußerten Interesse der Mädchen.
Die Konzepte „Recht“ und „Gesetz“ sind schwer zu verstehen. Noch schwerer zu verstehen ist, dass sich nicht alle an diese festgeschriebenen Grundlagen unserer Gesellschaft halten oder sie nicht wichtig finden. An dieser Stelle hätte die AG in unterschiedliche Richtungen weiterlaufen können: Man schaut sich die Kinderrechte noch genauer an, schaut auf das Bundesgesetz und das Grundgesetz. Oder man schaut in andere Länder – wie sieht es da aus mit den Kinderrechten? Oder man spricht wieder über Schleim.
Ein Recht auf Schleim für Kinder
Im weiteren Verlauf der AG formulierten die Mädchen das „Recht auf Schleim“ und prüften, ob und wie dieses eingefordert oder umgesetzt werden kann. Dazu knüpften die Kinder direkt an ihrem Lebensalltag an: Sie stellten sich die Frage, warum so viele Kinder Schleim machen gut finden und so viele Erwachsene nicht. Damit näherten sie sich dem Kern der Auseinandersetzung, wie z. B. den verschiedenen Interessen einzelner Akteur*innen, und stiegen ein in die politische Selbstpositionierung.
Anschließend versetzten die Mädchen sich nun methodisch in die Erwachsenenperspektive und erkannten, dass hinter dem Ablehnen von Schleim (machen) verschiedene Sorgen stehen können. Wie über die Sauberkeit der Wohnung oder davor, dass jüngere Kinder den giftigen Schleim essen könnten. Außerdem betonten die Mädchen, dass Erwachsene häufig Bildung gegenüber Freizeit priorisieren.
Dieser Erwachsenenperspektive stellten die Mädchen Argumente gegenüber, warum Schleim machen wichtig für sie ist. Sie führten aus, dass der Umgang mit Schleim aufgrund seiner Konsistenz eine sehr entspannende (und gleichzeitig witzige) Freizeitbeschäftigung ist. Und dass es notwendig ist, sich nach einem langen Schultag, Hausaufgaben, AGs und Hobbies auch mal zu entspannen und nicht zu denken. Einige Mädchen führten ihre Überlegungen nun sogar auf eine institutionelle Ebene und argumentierten dafür, Schleim machen in einem Schulfach zu verankern, da es dabei auch um Experimentieren und Neugier gehe.
Mit der Frage, wer eigentlich darüber entscheiden kann, ob Kinder Schleim machen dürfen oder nicht, wurden unterschiedliche Entscheidungskapazitäten deutlich: Wer darf mitbestimmen und warum? Wer hat die Macht zu entscheiden? So wurde Adultismus auch als strukturelle Herrschaftsform von Erwachsenen gegenüber Kindern in den Blick genommen und im Folgenden öffentlich problematisiert.
Der Schleim-Film
Natürlich wurde nun aber auch Schleim hergestellt. Dies kann als Teil einer eröffneten Handlungsfähigkeit gesehen werden, da die Kinder regelrechte Expertinnen in der Schleimproduktion wurden. Damit war das Thema aber noch nicht beendet. Denn die Mädchen erhielten schließlich die Möglichkeit, ihre politische Selbstpositionierung zum Thema öffentlich zu äußern. So entstand ein Film mit zwei Ebenen:

- Als Schleimexpertinnen geben die Mädchen eine Anleitung für ein eher umweltfreundliches Schleimrezept.
- Sie erklären ganz individuell, warum sie Schleim machen toll finden und schildern dann, wie Erwachsene ihnen den Raum fürs Schleim machen verwehren.
Der Schleimfilm wurde mit Einverständnis der Kinder und ihrer Eltern auf YouTube veröffentlicht (https://go.adb.de/dp-schleim). Die Mädchen waren stolz auf ihren Film und freuten sich nach dem ersten gemeinsamen Schauen vor allem darauf, ihren Eltern die formulierte Perspektive zu präsentieren.
Das Beispiel des Schleimfilms zeigt sehr deutlich, wie Erwachsene aus Bequemlichkeit grundlegende Bedürfnisse von Kindern verneinen. Dahinter steht offenbar, dass Erwachsene häufig nicht richtig hinhören oder nachfragen, warum ein Wunsch wie Schleim machen für Kinder relevant ist. Der Wunsch nach der sinnfreien Entspannung äußert sich bei Erwachsenen bspw. im Serien Eskapismus, der seltener hinterfragt wird als die Beschäftigung mit Schleim.
Durch den Film haben die Kinder praktisch erfahren, dass Themen mit politischer Relevanz nicht nur in privaten, sondern auch in öffentlichen Diskursen besprochen werden können. Und vor allem, dass an diesen Diskursen auch Kinder (als Expert*innen für ihre Bedürfnisse) teilnehmen dürfen und sollten.
Partizipation und politische Bildung: Mehr als Wünsch-dir-was
Wenn ein partizipativer und ergebnisoffener Ansatz verfolgt wird, bei dem die Themensetzung durch die Teilnehmenden selbst erfolgt, gilt es zwei Herausforderung zu bewältigen: Die politischen Dimensionen des gewählten Themas sind ggf. nicht direkt offensichtlich und die Bildner*innen müssen ad hoc auf die Themen reagieren.
Wie im Fallbeispiel deutlich wurde, konnte der Wunsch nach Schleim nicht nur praktisch umgesetzt werden. Vielmehr wurden die drei folgenden Dimensionen politischer Bildung realisiert und so alle für die Kinder relevanten Dimensionen von Schleim bearbeitet:
- Mit den Kinderrechten fand eine Wissensvermittlung über demokratische Strukturen statt, welche als Grundlage für eine politische Selbstpositionierung diente.
- Interessengeleitet vom Thema Schleim und dem Konflikt zwischen Kindern und Erwachsenen haben sich die Teilnehmerinnen mit gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen auseinandergesetzt und ein eigenes Urteil gebildet.
- Das Einbringen der eigenen Position in die öffentliche Auseinandersetzung fand schließlich mit dem selbst gedrehten Schleimfilm statt und stellt eine anknüpfende Handlungsmöglichkeit dar.
In der Auseinandersetzung mit allen drei Ebenen konnten die Teilnehmenden der AG aus ihrem individuellem Wunsch die gesellschaftliche Konfliktlinie eines Themas herausarbeiten und selbst politisch aktiv werden.
Die politische Bildung wurde hier zudem einem weiteren Anspruch gerecht, indem sie Zutrauen in die Expertise der Kinder setzte und „mit Kindern“ statt „für“ sie umgesetzt wurde. So lernten auch die Bildnerinnen viel über ihren eigenen Adultismus, die Kinderperspektive, über Schleim und nicht zuletzt über ihre Arbeit.
Gerade in der politischen Bildung mit Kindern ist es wichtig, die eigene Haltung gegenüber den Kindern und ihren Äußerungen immer wieder adultismuskritisch zu reflektieren und somit im Sinne eines kritischen Erwachsenseins den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen.
Das Beispiel der Medien Mädchen AG zeigt: Partizipation ist ebenso Methode wie Inhalt und wichtiges Ergebnis politischer Bildung – birgt aber Herausforderungen, wie das flexible Reagieren auf Themen, die nicht direkt als politische Anliegen formuliert werden. Zugleich ist Partizipation nicht nur Bestandteil politischer Bildung, sondern politische Bildung ist auf die Partizipation der Teilnehmenden angewiesen. Denn nur durch partizipative Methoden und Prozesse werden tatsächlich Themen besprochen, die an den Lebensalltag anknüpfen. Folglich muss es darum gehen, die partizpative Gestaltung politischer Bildung konstitutiv zu verankern und in der Praxis stets selbstkritisch zu reflektieren und angemessen zu realisieren.
Neben der Möglichkeit eigene Anliegen einzubringen, braucht es aber auch Räume zur Verständigung über (gleiche und verschiedene) Interessen. Dadurch können Teilnehmende und politische Bildner*innen, den politischen Gehalt eigener Anliegen erkennen und sich selbst auf der Grundlage hinreichender Informationen inhaltlich positionieren.
Der Wunsch Schleim zu machen und dessen Umsetzung ist eben noch keine politische Bildung. Indem individuelle Wünsche und Problemlagen in einen gesellschaftlichen Zusammenhang gebracht und gesellschaftliche Widersprüche sowie Macht- und Herrschaftsverhältnisse einbezogen werden, können jedoch die konkreten Anliegen in ihrer politischen Dimension erkannt und bearbeitbar gemacht werden.
Die sich daraus ergebenden Forderungen können über das konkrete Anliegen hinausgehen und z. B. anhand eines Films in die politische Arena eingebracht werden. Neben der Meinungs- und Urteilsbildung unterstützt politische Bildung so auch dabei, sich aktiv in politische Auseinandersetzungen einzubringen. Meist kann diese politische Auseinandersetzung jedoch nur initiiert oder inspiriert werden. Anschließend an die Mädchen Medien AG wäre sicher lohnenswert gewesen, über das Thema Schleim hinaus zu gehen und bspw. die schulischen und kommunalen Beteiligungsstrukturen zu prüfen. Das Thema „sinnfreie Entspannung für Kinder“ hätte ein weiteres Beteiligungsprojekt sein können. Die Rahmenbedingungen und Ressourcen boten dafür (wie so oft) jedoch keine Möglichkeiten.
Kritisches Erwachsensein als Basis der politischen Bildung mit Kindern
Ein klares Verständnis von politischer Bildung und ein Zutrauen in die Teilnehmenden bestärkt die notwendige Haltung der politischen Bildner*innen auf einer fachlichen Ebene. Davon ausgehende Reflexionsprozesse ermöglichen es, Angebote und Konzepte anzupassen und trotz Herausforderungen die Ziele und Ansprüche nicht zu vergessen.
Auf den ersten Blick schien der Themenwunsch Schleim kein Thema für die politische Bildung zu sein und auch die Kinder hatten wohl in erster Linie den Wunsch nach einem coolen Freizeitangebot. Aus der darauffolgenden Reflexion nahmen die Durchführenden jedoch verschiedene Erkenntnisse mit:
- Gerade in der politischen Bildung mit Kindern ist es wichtig, die eigene Haltung gegenüber den Kindern und ihren Äußerungen immer wieder adultismuskritisch zu reflektieren und somit im Sinne eines kritischen Erwachsenseins den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen. Das bedeutet, den Wunsch nach Schleim also nicht abzutun, sondern ernsthaft in Betracht zu ziehen und auf seine politischen Dimensionen zu prüfen.
- Jeder Plan ist nur so gut, wie die Anpassung, die in der Praxis erfolgt, besonders wenn wir partizipativ arbeiten. Denn die wichtige Kompetenz bzw. große Herausforderung politischer Bildung ist es Räume zu schaffen für Bildungsmöglichkeiten und Selbstwirksamkeit. Dafür ist es wichtig, die Gruppe im Blick zu haben und das Angebot sowie die eigenen Ansprüche zwischendurch zu reflektieren und anzupassen.
- Denn eine Grundvoraussetzung für die Arbeit in diesem Feld ist es zu wissen, dass Kinder ein Verständnis von politischen Themen haben, dass sie Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen wahrnehmen und dass sie ein Interesse haben, für ein gutes Leben für sich und andere einzustehen. Und gleichzeitig sind Kinder keine Erwachsenen.
Kindern all dies zuzugestehen bedeutet, dass wir sie als Subjekte ernst nehmen und ihnen Wissen, Räume und Werkzeuge an die Hand geben, damit sie ihre Interessen gesellschaftspolitisch einordnen und artikulieren können.
Das AdB-Modellprojekt Demokratie-Profis in Ausbildung! Politische Bildung mit Kindern hat in den letzten Jahren – auch gemeinsam mit Kopiloten e. V. – Formate politischer Bildung mit Kindern zwischen 6 und 12 Jahren entwickelt, erprobt, evaluiert und mit Fachkräften diskutiert. Dabei wurde sehr deutlich, dass eine Reflexion über das Verständnis politischer Bildung und dessen Umsetzung in der Praxis ebenso wie eine adultismuskritische Perspektive entscheidend sind. Formate für die politische Bildung mit Kindern zu reflektieren, gibt uns zudem wichtige Hinweise für die politische Bildung generell. Denn die politische Dimension von Schleim macht deutlich, was oft schwer zu vermitteln ist: was das Besondere an der non-formalen politischen Bildung ist und warum wir unsere Arbeit immer wieder reflektieren müssen.
Zu den Autor*innen
lindner@diekopiloten.de
soerje@adb.de
christen@adb.de