Jubiläum mit Zukunftsauftrag!

Der Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) wird 75 Jahre alt – das ist ein Grund zum Feiern und eine Verpflichtung zugleich. Die initiativeKJP, dem der AdB zusammen mit sechs weiteren bundeszentralen Verbänden angehört, gratuliert herzlich zu diesem Jubiläum – und verbindet die Glückwünsche mit einem klaren Appell: Wer 75 Jahre erfolgreich gewirkt hat, hat seine Relevanz und Wirksamkeit bewiesen und verdient eine Stärkung.
Seit 1949 sorgt der KJP als zentrales Förderinstrument der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene dafür, dass Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit entfalten, Verantwortung übernehmen und Demokratie praktisch erleben können. Generationen von jungen Menschen haben durch ihn Freiräume, Chancen und Perspektiven erhalten.
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag zugesagt, den KJP aufzustocken und dynamisch auszugestalten. Dieses Versprechen muss eingehalten werden, erklären die Mitgliedsorganisationen der initiativeKJP. Denn Angebote wie politische Bildung, internationaler Jugendaustausch, sportliche und kulturelle Bildung, Selbstvertretung junger Menschen, Fortbildung und Vernetzung für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe können ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn sie nicht Jahr für Jahr um ihre Finanzierung bangen müssen.
Der KJP ist das Fundament für ein starkes, solidarisches und demokratisches Miteinander. Er zeigt, was möglich ist, wenn Politik die Interessen junger Menschen ernst nimmt. Nun gilt es, dieses Erfolgsmodell nicht auszubremsen, sondern abzusichern und zu stärken: mit einer Dynamisierung, die den Kostensteigerungen standhält und Planungssicherheit schafft, und mit einer Aufstockung, die den gewachsenen fachlichen Anforderungen gerecht wird. Die initiativeKJP ruft dazu auf, das Jubiläum des KJP als Startsignal für die Zukunft zu verstehen. Denn eines ist sicher: Ohne einen starken KJP bleiben Jugendpolitik und Generationengerechtigkeit bloß ein Versprechen – mit ihm werden sie Realität.
Dies wurde auch bei der zentralen Festveranstaltung am 6. Oktober 2025 im BMBFSFJ deutlich. Bundesministerin Karin Prien betonte, dass der KJP das Rückgrat der Kinder- und Jugendhilfe darstellt und als zentrales Instrument wichtige Impulse der Jugendhilfe aufnimmt und die Qualitätsentwicklung der Träger unterstützt. Sie verkündete, dass ein Aufwuchs des KJP um 7,5 Mio. im Haushaltsentwurf 2026 vorgesehen ist. Sie legte Wert darauf zu betonen, dass junge Menschen zur ihrer Entwicklung immer alle Bereiche von Bildung bedürfen und formale, nonformale und informelle Bildung nur gemeinsam die Mündigkeit von Bürger*innen stärken können.
Saskia Esken, Vorsitzende des Jugend- und Familienausschusses, betonte in ihrem Grußwort, dass ihr der angesetzte Aufwuchs des KJP noch nicht reicht und sie weiterhin für das im Koalitionsvertrag gemeinsam beschlossene Ziel von 10 % kämpfen wird. Sie betonte, dass die gesellschaftlichen Herausforderungen nur bewältigt werden können, wenn junge Menschen mit ihren spezifischen Perspektiven eingebunden werden. Dies kann eine Kinder- und Jugendhilfe leisten, jedoch nur, wenn sie dementsprechend verlässlich ausgestattet ist und die Bundesregierung Vertrauen in die Strukturen der freien Träger hat.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf nahm sich im Abend noch lange Zeit, um mit den Trägern politischer Jugendbildung über die aktuellen Herausforderungen zu sprechen. Sie zeigte ein großes Interesse an der Arbeit der Träger und betonte den großen Wert der vielfältigen Angebote der Träger. Im Gespräch mit Sebastian Bock, Stellvertretender Geschäftsführer des AdB, wurde vereinbart, weiterhin im Gespräch zu bleiben und den engen Austausch zu pflegen.