Außerschulische Bildung 4/2025

Meeresbrise schafft Rückenwind

Vernetzungstreffen der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente am Scheersberg

Foto: Akademie für Kinder- und Jugendparlamente

Vom 2. bis 4. September 2025 fand in der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg, dem Akademiestandort für Schleswig-Holstein, das 10. Vernetzungstreffen der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente statt. Die Ansprechpersonen der verschiedenen Akademiestandorte kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und sich weiterzubilden.

Das Programm startete in Flensburg: Eine postkoloniale Stadtführung eröffnete einen kritischen Blick auf die koloniale Vergangenheit der Stadt und ihre bis heute sichtbaren Spuren in Gesellschaft und Wirtschaft. Die Führung gab Anstöße, wie mit Kinder- und Jugendparlamenten in ihren jeweiligen Kommunen über postkoloniale und rassistische Strukturen und Veränderungsmöglichkeiten gesprochen werden kann.

Der zweite Tag begann mit einem Workshop zu Queeren Lebenswelten. Im Mittelpunkt standen Fragen der Sichtbarkeit und Sensibilisierung: Wie lassen sich queere Themen in Jugendbeteiligung und Bildungsarbeit integrieren? Was bedeutet Geschlechtssensibilität im konkreten pädagogischen Alltag? Der Workshop bot nicht nur fachliche Impulse, sondern auch praxisorientierte Anregungen für die Arbeit vor Ort und Austausch über verschiedene Konzepte und Ansätze, die die Kolleg*innen nutzen.

Am Nachmittag stand der Austausch über aktuelle Themen an den Standorten im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Ansätze, Bedarfe, Erfolgsrezepte und Herausforderungen in den unterschiedlichen Bundesländern sind. Bereichernd für die Runde war die Mischung von Personen, die erst kürzlich ihre Arbeit in der Akademie begonnen haben, und Personen, die bereits seit Jahren dabei sind. So konnten sowohl Erfahrungen als auch neue Impulse und Ideen miteinander geteilt werden. So wurde unter anderem darüber gesprochen, welche kreativen Methoden für Workshops und Beteiligungsprozesse genutzt werden können. Zwei Standorte stellten vor, wie sie mit Klemmbausteinen in ihren Seminaren arbeiten, um dadurch einen spielerischen Ansatz der politischen Bildung zu schaffen – das mitgebrachte Lego ließ alle ganz freudig den Ansatz ausprobieren.

Nach viel konzentrierter Arbeit bot der Abend am Meer Gelegenheit zur Entspannung. Mit dem Fahrrad ging es an die Ostseeküste, wo die Gruppe den Tag ausklingen ließ – Baden inklusive. In lockerer Atmosphäre konnten die Gespräche vom Nachmittag fortgeführt und persönliche Kontakte vertieft werden.

Am nächsten Morgen gab es Zeit für Kleingruppenarbeit. Hier wurden Ideen gesammelt, Erfahrungen ausgetauscht und praktische Konzepte weiterentwickelt. So wurde in einer Gruppe erörtert, wie die Akademie Gründungsprozesse von Kinder- und Jugendparlamenten gut unterstützen kann, deren Zahl in allgemeiner Wahrnehmung gerade steigt. Eine andere Gruppe beschäftigte sich damit, wie der Mythos des Neutralitätsgebots in Workshops für Fachkräfte und junge Menschen entzaubert werden kann.

Die Kolleg*innen betonten, dass sie es als besonders wertvoll erachten, von den unterschiedlichen Ansätzen und Strategien der Kolleg*innen aus anderen Standorten zu profitieren. Die Akademie für Kinder- und Jugendparlamente lebt von der engen Zusammenarbeit und dem kontinuierlichen Austausch der Standorte.