Außerschulische Bildung 4/2025

Wie kann eine barrierearme Öffentlichkeitsarbeit gelingen?

Fortbildung unterstützt Kolleg*innen aus den AdB-Mitgliedseinrichtungen

Foto: AdB

Vom 15. bis 17. September 2025 fand die praxisnahe Fortbildung „Barrierefreie Öffentlichkeitsarbeit. gestalten – prüfen – Künstliche Intelligenz nutzen“ für Kolleg*innen statt, die in den AdB-Mitgliedseinrichtungen für Öffentlichkeitsarbeit und Social Media zuständig sind.

Mehr als 20 Teilnehmende kamen im Centre Français de Berlin im Berliner Wedding zusammen, um sich dem Thema Barrierefreiheit im digitalen Raum zu nähern. Unterstützung bekamen sie dabei von den beiden Referent*innen Siiri Anderson, Mitarbeiterin Digitales Lernen bei barrierefrei kommunizieren!, und Frederik Rößler, Medienpädagoge, ebenfalls bei barrierefrei kommunizieren!

Digitale Barrierefreiheit ist längst kein Randthema mehr. Sie ist vielmehr eine zentrale Voraussetzung für eine inklusive und erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit, festgehalten in den EU-Richtlinien und den Umsetzungsbestimmungen auf Länderebene. Anhand der zentralen Prinzipien Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit und Verständlichkeit setzten sich die Teilnehmer*innen mit Alternativtexten für Bilder, mit Untertiteln und Transkripten für Videos – auch mit Zuhilfenahme von KI –, mit Farben, Kontrasten und Schriftarten auseinander. Wie werden die eigenen Medien und Produkte zugänglicher? Thema war in dem Zusammenhang, wie Websites und Social-Media-Beiträge so gestaltet werden können, dass sie mit Tastatur und Screenreader bedienbar sind.

Ziel sollte es sein, dass die Vermeidung von Barrieren, die Prüfung der Websites und weiterer Produkte automatisch in den Workflow integriert und nicht als (weitere) Zusatzaufgabe verstanden wird.

Besonders hilfreich waren in der Fortbildung die praktischen Übungen, in denen alltagstaugliche Prüftools getestet werden konnten. Die eine oder andere Website der Teilnehmenden zeigte dabei noch Verbesserungsbedarf. Wichtig wäre es, wenn es bei den Trägern verbindliche Anleitungen gibt, wie die Barrierefreiheit im Alltag umgesetzt wird. Dabei muss das Rad nicht immer neu erfunden werden – es gibt bereits gute Beispiele, auf die man zurückgreifen kann. Ein umfangreiches Handout der Referent*innen mit einer Vielzahl von Links und Tools wird die Kolleg*innen bei den nächsten Schritten in ihrem Alltag unterstützen.

„Nach drei Tagen Fortbildung kann ich nur sagen, wie begeistert ich von der Fortbildung bin. Sie kam genau zum richtigen Zeitpunkt, kurz vor der Veröffentlichung unserer neuen Website. Daher sind die Inhalte sofort umsetzbar und helfen uns, sowohl redaktionell als auch technisch sicherer zu arbeiten. Auch die Zusammenarbeit mit dem Webdesign-Team wird klarer, und ich fühle mich besser in der Lage zu vermitteln, was wir in Bezug auf eine barrierefreie Webseite umsetzen können. Ein herzliches Dankeschön an die Referent*innen für die klare und praxisnahe Vermittlung der Inhalte.“ Teilnehmerin Christiane Telles-Esseling, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im IBZ Bielefeld

Die Fortbildung ist Teil einer Reihe, die seit 2014 Kolleg*innen des Netzwerks Öffentlichkeitsarbeit im AdB zusammenbringt und Themen der Kolleg*innen aufgreift. Ziel des Netzwerks ist Vernetzung, kollegiale Beratung, Wissenserwerb und eine weitere Professionalisierung. In diesem Jahr fand die Fortbildung im Kontext des AdB-Projekts „SPREAD – Sensibilisierung, Politische Bildung, Reflexion, Empowerment, Ableismus-Dekonstruktion“ statt, das sich zum Ziel gesetzt hat, im Sinne der diversitätsorientierten Verbandsentwicklung dazu beizutragen, Strukturen und Angebote politischer Bildung für Menschen mit Behinderung zugänglicher zu machen.