Außerschulische Bildung 3/2025

Türkischer Rechtsextremismus und die Stimmen der Betroffenen

Zwischen Bedrohung und Bildungsauftrag

Der Beitrag widmet sich dem bislang wenig beachteten, aber relevanten Phänomen des türkischen Rechtsextremismus in Deutschland, insbesondere in Gestalt der „Grauen Wölfe“. Er analysiert die transnationalen ideologischen Verflechtungen, mediale Inszenierungen und Radikalisierungsstrategien – mit besonderem Blick auf Jugendliche. Zentrales Anliegen ist die Sichtbarmachung der Perspektiven Betroffener, die Anfeindungen, Bedrohungen und Gewalt erfahren. Wie kann politische Bildung diesem Phänomen begegnen, ohne minorisierte Gruppen pauschal zu stigmatisieren? Ein Plädoyer für eine differenzierende Auseinandersetzung mit transnationalen Rechtsextremismen als Bestandteil demokratischer Bildung und Resilienzförderung. von Gulistan Özmen-Tuncel und Erol Ünal

Einordnung und Ausgangspunkt: Rechtsextremismus und Ungleichwertigkeitsideologien

Rechtsextremismus in seinen unterschiedlichen Ausprägungen basiert auf der Ablehnung demokratischer Grundwerte sowie der Vorstellung menschlicher Ungleichwertigkeit. Dabei treten autoritäre Staatsvorstellungen, Ausgrenzung von Minderheiten und ein ethnisch homogenes Gesellschaftsbild zutage. Hans-Gerd Jaschke beschreibt rechtsextreme Ideologien als antipluralistisch, kollektivistisch und autoritär geprägt (vgl. Jaschke 2001, S. 30).

Studien wie die Leipziger Autoritarismus-Studie (vgl. Decker et al. 2024) und die Langzeitanalysen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (vgl. Heitmeyer 2002 ff.) belegen, dass vielfältige Abwertungsmuster weit verbreitet sind. Diese ideologischen Versatzstücke finden sich nicht nur in klassischen rechtsextremen Milieus, sondern betreffen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen.

Weniger beachtet wird bislang, dass auch Teile minorisierter Communities selbst menschenfeindliche Ideologien übernehmen können. Dieses Spannungsverhältnis – selbst Diskriminierung zu erfahren und zugleich andere auszugrenzen – stellt ein analytisch und bildungspolitisch relevantes Phänomen dar.

Rechtsextremismus in seinen unterschiedlichen Ausprägungen basiert auf der Ablehnung demokratischer Grundwerte sowie der Vorstellung menschlicher Ungleichwertigkeit.

Die rechtsextreme „Ülkücü“-Bewegung („Idealistenvereine“), deren Anhänger als Graue Wölfe bekannt sind, steht exemplarisch für dieses Spannungsverhältnis, denn viele Anhänger*innen sind selbst von sozialer Marginalisierung und rassistischer Diskriminierung betroffen. Diese Ambivalenz macht eine differenzierte Auseinandersetzung notwendig, die Rechtsextremismus nicht nur mit Blick auf die „weiße“ Mehrheitsgesellschaft, sondern auch in migrantischen Kontexten begreift.

Angesichts einer Einwanderungsgesellschaft, in der fast ein Drittel der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte hat (vgl. SVR 2024), ist es dringend erforderlich, politische Bildung für diese komplexen Konstellationen zu sensibilisieren.

Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland: Die Rolle der „Grauen Wölfe“

Mit rund drei Millionen Menschen bilden türkeistämmige Personen die größte migrantische Bevölkerungsgruppe in Deutschland (vgl. Mediendienst Integration 2025). Innerhalb dieser heterogenen Community existieren vielfältige politische und ideologische Strömungen – darunter auch Akteur*innen des türkischen Rechtsextremismus. Zentral ist die Bewegung der sogenannten Grauen Wölfe, eine der bedeutendsten transnationalen rechtsextremen Organisationen in Deutschland.

Welche sozialen und emotionalen Bedingungen machen Jugendliche anfällig für extremistische Angebote? Foto: AdB

Die Anhänger*innen der Grauen Wölfe vertreten ein nationalistisches Weltbild, das auf der Idee einer großtürkischen Einheitsnation beruht. Diese Vision, genauer Panturkismus, zielt auf die politische und kulturelle Vereinigung aller Turkvölker von Südosteuropa bis nach Zentralasien (vgl. Bozay 2009, S. 36). In diesem Rahmen propagieren die Grauen Wölfe unter anderem eine Ideologie, die sich durch die Abwertung und Ausgrenzung ethnischer und religiöser Minderheiten auszeichnet. Besonders gefährdet sind Menschen kurdischer, alevitischer, armenischer oder griechischer Herkunft sowie jüdische Personen, queere Menschen, linke Aktivist*innen und andere marginalisierte Gruppen aus der Türkei (vgl. ebd., S. 13).

Laut Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz (2025) zählen die Grauen Wölfe in Deutschland etwa 12.000 Anhänger*innen, die sich überwiegend in den Dachverbänden Türk Federasyon, Avrupa Türk-İslam Birliği (ATİB) und Avrupa Türk Birliği (ATB) organisieren.

Historisch geht die Bewegung auf Alparslan Türkeş zurück, der sie 1968 gründete. In einer Rede von 1969 betonte Türkeş die ideologische Verschmelzung von Nationalismus und Islam, ein Konzept, das später als Türkisch-Islamische Synthese bekannt wurde. Er argumentierte, dass ein Nationalismus ohne islamisches Fundament ebenso abzulehnen sei wie ein Islam, der nationale Werte ignoriere (vgl. Erken 2014, S. 208). Diese Synthese diente nicht nur als ideologische Grundlage, sondern auch als Mobilisierungsstrategie für breite Bevölkerungsschichten.

Neben der klassisch nationalistisch geprägten Linie entstanden in Deutschland Abspaltungen wie ATİB und ATB, die eine stärker religiös-konservative Ausrichtung verfolgten, ideologisch jedoch im Spektrum der Grauen Wölfe verbleiben (vgl. Arslan 2009, S. 43 ff.).

Auch heute ist das Netzwerk weit verzweigt und gut vernetzt. So bestehen enge personelle und strategische Verbindungen zu anderen einflussreichen Organisationen wie der Union Internationaler Demokraten (UID) – einer Interessenvertretung der türkischen Regierungspartei AKP im Ausland –, zur islamistischen Millî Görüş (IGMG) sowie zur Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e. V. (DİTİB). Letztere untersteht direkt der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die wiederum der türkischen Präsidialverwaltung zugeordnet ist. Der Schulterschluss dieser Akteur*innen, etwa bei der gemeinsamen Gründung einer „Plattform“ im Jahr 2023 in Reutlingen, zeigt die Relevanz der Türkisch-Islamischen Synthese als ideologisches Bindeglied. Sie trägt maßgeblich dazu bei, nationalistische und islamistische Narrative in Teilen der türkeistämmigen Bevölkerung in Deutschland zu verankern (vgl. Ünal 2023).

Anziehungskraft auf Jugendliche und transnationale Dynamiken

Die Rekrutierungsstrategien der Grauen Wölfe richten sich gezielt an türkischstämmige junge Menschen in Deutschland. Die Organisation kombiniert religiöse Sozialisation, gemeinschaftsstiftende Freizeitangebote und ideologische Narrative, um Zugehörigkeit, Stärke und kulturelle Identität zu vermitteln. Jugendliche, die sich in ihrer Lebensrealität mit Ausgrenzung, Rassismus oder sozialer Benachteiligung konfrontiert sehen, finden in diesen Strukturen häufig Anerkennung und Orientierung (vgl. Bozay 2009, S. 50). Die Zugehörigkeit zur „türkisch-islamischen Gemeinschaft“ wird dabei nicht nur affirmativ inszeniert, sondern als Schutzraum gegen eine als feindlich wahrgenommene Mehrheitsgesellschaft präsentiert.

Insbesondere in Phasen biografischer Verunsicherung – etwa bei familiären Belastungen, prekären Lebensverhältnissen oder der Suche nach Identität – gewinnen Angebote mit klaren Freund-Feind-Bildern an Attraktivität. Rechtsextreme Gruppierungen greifen hier gezielt ein, durch einfache Antworten und kollektive Stabilität (vgl. Schramm et al. 2024, S. 394). Der Wunsch nach Selbstwirksamkeit, Sicherheit und Anerkennung in einem als ausgrenzend empfundenen Umfeld macht Jugendliche anfällig für autoritäre Deutungsmuster (vgl. Mayrhofer/Neuburg 2024, S. 15).

Das AdB-Jahresthema lautet „Politische Bildung in Zeiten rechtsextremer Bedrohung“. Foto: AdB, erstellt mit Firelfy

Am Beispiel des türkischen Rechtsextremismus wird deutlich, dass die Grenze zwischen Opfer- und Täterperspektiven nicht immer klar verläuft: Jugendliche, die selbst Diskriminierung erleben, können zugleich Träger diskriminierender oder gewaltvoller Ideologien werden – eine Ambivalenz, die pädagogisch wie politisch besondere Sensibilität erfordert (vgl. Meilicke/Balakrishnan 2022, S. 183 ff.).

Unsichtbare Betroffenheiten: Herausforderungen und Perspektiven in der pädagogischen Auseinandersetzung mit türkischem Rechtsextremismus

Türkischer Rechtsextremismus ist kein „migrantisches“ Problem, sondern eine Form von Rechtsextremismus in Deutschland, welches zunehmend in politischen und pädagogischen Diskursen thematisiert und diskutiert wird. Dies ist im Wesentlichen dem langjährigen Engagement von Betroffenen zu verdanken, welche durch ihre akademischen, politischen und aktivistischen Aufklärungsarbeiten die Problematik und die damit verbundenen Herausforderungen für die Gesamtgesellschaft sichtbar gemacht haben.

Am Beispiel des türkischen Rechtsextremismus wird deutlich, dass die Grenze zwischen Opfer- und Täterperspektiven nicht immer klar verläuft: Jugendliche, die selbst Diskriminierung erleben, können zugleich Träger diskriminierender oder gewaltvoller Ideologien werden.

Die Betroffenen: zwischen Unsichtbarkeit, Stigmatisierung und Legitimität

Die Perspektiven von Betroffenen sind bisher unterrepräsentiert (vgl. Bozay/Mangitay 2024, S. 18). Oft stehen sie alleine in der Verantwortung, die Diskriminierung nicht nur zu benennen und Aufklärungsarbeit zu leisten, sondern auch zu beweisen. Nur wer diese Kriterien (un-)freiwillig erfüllt, kann Schutz einfordern und selbst das garantiert keine Solidarität. Vielmehr erleben Betroffene, dass ihre Perspektive relativiert oder als „innermigrantische Konflikte“ abgetan werden. Insbesondere, wenn keine „sichtbaren“ Betroffenen anwesend zu sein scheinen, welche ein pädagogisches Eingreifen notwendig machen würde.

Die mangelnde Anerkennung struktureller Diskriminierung stigmatisiert Betroffene zusätzlich. Sie werden angegriffen und gesellschaftlich isoliert, wenn ihre Erfahrungen nicht ernstgenommen werden. Diese doppelte Belastung verstärkt das Bedürfnis nach Vermeidungs- und Schutzstrategien und sie organisieren sich selbst (vgl. Amadeu Antonio Stiftung/Netzwerk kurdischer Akademiker 2024). Diese Mehrfachdiskriminierung erschwert nicht nur den Zugang zu Schutz und Solidarität, sondern beeinflusst, wie gesellschaftlich über Legitimität von Betroffenen gesprochen wird.

Bildungsstrategien für die Arbeit mit Betroffenen, Fachkräften und Täter*innen

Die zunehmende Sichtbarkeit der Betroffenen-Perspektiven stellt eine wichtige Entwicklung in der Auseinandersetzung mit türkischem Rechtsextremismus dar. Da diese Entwicklung vergleichsweise jung ist, fehlt es bisher an spezifischen Ansätzen und Konzepten, welche sich mit den Besonderheiten des türkischen Rechtsextremismus und der Arbeit mit betroffenen Jugendlichen befassen. Genau an dieser Stelle setzt eine neue bundesweite Fachstelle gegen Türkischen Rechtsextremismus (FaTRex; https://fatrex.de) an.

Türkischer Rechtsextremismus ist kein „migrantisches“ Problem, sondern eine Form von Rechtsextremismus in Deutschland.

Sie verfolgt einen multiperspektivischen Ansatz in der auf drei Zielgruppen eingegangen wird: Betroffene, Fachkräfte sowie (potenzielle) Täter*innen und Anhänger*innen türkisch-rechtsextremistischer Ideologien. Dabei ist die bislang vernachlässigte Perspektive zuerst benannt, um so gezielt die Leerstellen in der bisherigen Auseinandersetzung mit türkischem Rechtsextremismus in Zukunft schließen zu können.

Die Betroffenen

Betroffene sollten – je nach ihren Bedarfen nach betroffenenorientierter Arbeit – unterstützt werden. Pädagogische Fachkräfte müssen dazu befähigt sein, verdeckte Betroffenheit zu erkennen, selbst wenn diese nicht offen geäußert wird. Das ist eine wichtige Perspektive, denn bisher lag der Fokus häufig auf der Frage, wie man Täter*innen erkennt und mit ihnen arbeitet. Diese Anforderung setzt voraus, dass rechtsextreme Äußerungen oder Handlungen klar identifizierbar sind.

Präventives Vermeidungsverhalten, wie der Verzicht auf das Nutzen bestimmter Symbole oder das Meiden von Orten (z. B. Fußballevents), an denen türkisch-nationalistische Gruppen präsent sind, sind Schutzstrategien. Diese bleiben oft unsichtbar und institutionell undokumentiert.

Das Erkennen und die Voraussicht, dass bestimmte Gruppenkonstellationen, Situationen und Orte potenziell Diskriminierungserfahrungen für Betroffene hervorrufen können, eröffnet die Möglichkeit, diese möglichst einzuschränken und den demokratischen Rahmen im Vorfeld zu bestimmen. Dies kann zu einer immensen Entlastung für Betroffene führen. Um diese Entlastung strukturell zu verfestigen, braucht politische Bildung qualifizierte Fachkräfte, die Verantwortung übernehmen und diskriminierungssensible Strukturen aktiv im Alltag der Jugendliche gestalten.

Die Fachkräfte

Kontinuierliche Weiterbildung und systematische Einbindung von Fachkräften, Pädagog*innen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen sind zentral in der betroffenenorientierten Bildungsarbeit gegen türkischen Rechtsextremismus. Ihre Präsenz in den Lebensräumen der Jugendlichen ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang zu (potenziell) Betroffenen sowie auch zu türkisch-rechtsextremen Zielgruppen. Hier müssten insbesondere auch Kinder und Jugendliche in den Blick genommen werden, die in einem türkisch-nationalistischen Umfeld sozialisiert werden, selbst jedoch (noch) nicht als rechtsextrem verordnet werden können. Der Zugang zu dieser Gruppe kann Fachkräften die Möglichkeit bieten, Reflexion zu fördern und Alternativen aufzuzeigen, insbesondere in der sensiblen Phase von Pubertät und Identitätsfragen.

Ein pädagogischer Ansatz besteht darin, jugendlichen Anhänger*innen türkisch-rechtsextremer Ideologien ihre eigenen Diskriminierungserfahrungen in Deutschland bewusst zu machen. Dies soll nicht zu einer Relativierung führen, sondern den Jugendlichen verständlich machen, wie ihre Erfahrungen in das Machtgefüge des Konstrukts von Rassismus und seinen Strukturen einzuordnen sind. Es gilt, ihnen aufzuzeigen, dass sie trotz eigener Diskriminierungserfahrungen selbst Teil eines rassistischen Systems sein können, das andere minorisierte Gruppen diskriminiert und bedroht.

Nicht zuletzt sollten Fachkräfte ein eigenes Interesse daran haben, türkischem Rechtsextremismus entgegenzuwirken, denn es handelt sich um eine antidemokratische Ideologie. Wer politische Bildung betreibt, muss auch diese Form des Extremismus konsequent adressieren.

Die Täter*innen

Die dritte Zielgruppe sind potenzielle Täter*innen und ideologische Anhänger*innen. Ihre Ansprache ist in der Vergangenheit zum Teil durch die Islamismus- und Extremismusprävention erfolgt, welche die türkisch-rechtsextremistischen Spezifika aber nicht in Gänze bearbeiten konnten. Daher bedarf es nun solcher Bildungskonzepte, wie die zuvor beschriebenen und von FaTRex geplanten, der es ein besonderes Anliegen ist, eine Hyperfokussierung auf die Zielgruppe der Täter*innen, wie es häufig der Fall in der bisherigen Präventionsarbeit war, zu vermeiden. Diese birgt die Gefahr, dass die Perspektiven, Erfahrungen und Schutzbedarfe der Betroffenen unsichtbar bleiben (vgl. Bozay 2024).

Insbesondere das Konzept der akzeptierenden Jugendarbeit, das häufig Anwendung in der Arbeit mit extremismusaffinen Jugendlichen findet, sollte in diesem Kontext kritisch reflektiert und differenziert eingeordnet werden. Die Kritik an diesem Ansatz verweist unter anderem auf die Gefahr der Verharmlosung rechtsextremer Ideologien, auf eine entpolitisierte Herangehensweise sowie auf eine ungleiche Ressourcenverteilung zugunsten der Täter*innen (vgl. Feulner 2020; Kuhlmann 2001).

Fazit

Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland bleibt ein wirkmächtiges Phänomen. Er bewegt sich im Spannungsfeld von transnationaler Ideologie, lokaler Marginalisierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung und betrifft damit nicht nur Sicherheitsfragen, sondern auch politische Bildungsprozesse. Politische Bildung sollte diesen Bereich systematischer in den Blick nehmen. Es geht dabei nicht nur um Ideologiekritik, sondern auch um ein Verständnis für die sozialen und emotionalen Bedingungen, die Jugendliche anfällig für extremistische Angebote machen. Zentral ist auch, die Perspektiven der Betroffenen ernst zu nehmen und ihre Erfahrungen mit Bedrohung, Gewalt und Ausgrenzung sichtbar zu machen. Nur durch eine betroffenenorientierte, multiperspektivische Bildungsarbeit lässt sich verhindern, dass Betroffene weiterhin unsichtbar bleiben und dass antidemokratische Ideologien ungehindert wirken können.

Zur Autorin/zum Autor

Gulistan Özmen-Tuncel ist Sozialwissenschaftlerin und Fachreferentin bei der Fachstelle gegen Türkischen Rechtsextremismus (FaTRex). Zuvor war sie als Bildungsreferentin beim Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e. V. tätig. In ihrer Arbeit setzt sie sich insbesondere mit den Auswirkungen von türkischem Rechtsextremismus auseinander – mit einem besonderen Fokus auf anti-alevitischen Rassismus und die Perspektiven der Betroffenen.
Gulistan.Oezmen-Tuncel@bdaj.de
Erol Ünal ist Fachreferent bei der Fachstelle gegen Türkischen Rechtsextremismus (FaTRex). Zuvor koordinierte er von 2023 bis Ende 2024 das Projekt „Hadi, wir müssen reden!“ bei LAKA BW, das sich der Prävention von Rechtsextremismus und Ultranationalismus in der Migrationsgesellschaft widmet. Er ist Autor des Buches „Der Abtrünnige“, in dem er sich kritisch mit den Grauen Wölfen und religiösem Fundamentalismus auseinandersetzt.
Erol.Uenal@bdaj.de

Literatur

Amadeu Antonio Stiftung/Netzwerk kurdischer Akademiker (2024): Doppelt unsichtbar: Innermigrantischer Rassismus in Deutschland und die organisierte türkische Rechte. www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/doppelt-unsichtbar (Zugriff: 01.07.2025)
Arslan, Emre (2009): Der Mythos der Nation im transnationalen Raum: Türkische Graue Wölfe in Deutschland. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Bozay, Kemal (2009): „Ich bin stolz, Türke zu sein!“ Ethnisierung gesellschaftlicher Konflikte im Zeichen der Globalisierung. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag (2. Auflage)
Bozay, Kemal (2024): Graue Wölfe: Eine der größten rechtsextremen Organisationen in Deutschland. Bonn: bpb; www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/260333/graue-woelfe-eine-der-groessten-rechtsextremen-organisationen-in-deutschland (Zugriff: 02.07.2025)
Bozay, Kemal/Mangitay, Orhan (2024): „Ich bin stolz, Türke zu sein!“ – Graue Wölfe und türkischer (Rechts-)Nationalismus in Deutschland. Wuppertal: Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e. V./Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW (2. Auflage)
Bundesamt für Verfassungsschutz (2025): Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland; www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/auslandsbezogener-extremismus/tuerkischer-rechtsextremismus-in-deutschland.html (Zugriff: 02.07.2025)
Decker, Oliver/Kiess, Johannes/Heller, Ayline/Brähler, Elmar (2024): Die Leipziger Autoritarismus-Studie 2024: Methoden, Ergebnisse und Langzeitverlauf. Leipzig: Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung
Erken, Ali (2014): Ideological construction of the politics of nationalism in Turkey: The Milliyetçi Hareket Partisi (MHP), 1965–1980. In: Nationalism and Ethnic Politics, 20(2), pp. 200–220
Feulner, Anna (2020): Soziale Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen. Merseburg: Hochschule Merseburg
Heitmeyer, Wilhelm (2002): Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit: Die theoretische Konzeption und erste empirische Ergebnisse. In: Ders. (Hrsg.): Deutsche Zustände. Folge 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp
Jaschke, Hans-Gerd (2001): Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: Begriffe – Positionen – Praxisfelder. Wiesbaden: Springer VS (2. Auflage)
Kuhlmann, Andreas (2001): Zur Kritik an der akzeptierenden Jugendarbeit. In: Butterwegge, Christoph et al. (Hrsg.): Jugend, Rechtsextremismus und Gewalt. Opladen: Leske + Budrich, S. 217–224
Mayrhofer, Hemma/Neuburg, Florian (2024): Resilienz gegen Extremismus. Weinheim: Beltz Juventa
Mediendienst Intergration (Hrsg.) (2025): Zahlen und Fakten: Zahl der Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland; https://mediendienst-integration.de/migration/bevoelkerung.html#c1730 (Zugriff: 02.07.2025)
Meilicke, Tobias/Balakrishnan, Sobitha (2022): Türkischer Ultranationalismus als pädagogisches Arbeitsfeld. In: Jamal, Lobna/Aydın, Yaşar (Hrsg.): „Graue Wölfe“. Türkischer Ultranationalismus in Deutschland. Bonn: bpb, S. 183–200
Schramm, Alexandra/Stein, Margit/Zimmer, Veronika (2024): Radikale Orientierungen Jugendlicher vor dem Hintergrund der Entwicklung der religiösen Identität im Jugendalter. In: Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik, 8, S. 391–417; https://doi.org/10.1007/s41682-024-00172-9 (Zugriff: 02.07.2025)
SVR – Sachverständigenrat für Integration und Migration (2024): Fakten zur Einwanderung in Deutschland. Berlin: SVR; www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2024/12/SVR-Kurzbuendig_Einwanderung_2024.pdf (Zugriff: 02.07.2025)
Ünal, Erol (2023): Fragwürdige Organisatoren: Erdbebenhilfe mit Hintergedanken. In: Stuttgarter Zeitung vom 20. Juni 2023; www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fragwuerdige-organisatoren-erdbebenhilfe-mit-hintergedanken.780ff5a6-4f46-4f5f-9f6d-97e7815a6aae.html (Zugriff: 02.07.2025)