Außerschulische Bildung 1/2025

Verbände fordern: Junge Menschen in den Mittelpunkt stellen

Eine Kampagne der initiativeKJP

Statements von Vertreter*innen der in der initiativeKJP zusammengeschlossenen sieben bundeszentralen Verbände während des Fachforums Foto: AdB

Junge Menschen und ihre Bedarfe und Themen in den Mittelpunkt stellen – das war das Anliegen der Wissenschaftler*innen, Fachverbände, Politiker*innen und Fachkräfte, die am 11. Dezember 2024 in Berlin zum Fachforum „Kinder und Jugend … HILFE! – Wie geht es jungen Menschen und was brauchen sie?“ zusammenkamen. Professorin Dr. Susanne Kuger vom Deutschen Jugendinstitut und Professor Dr. Frederick de Moll von der Shell-Jugendstudie stellten fest: Junge Menschen leben in krisenhaften Zeiten und haben Sorgen und Ängste, z. B. vor einem Krieg in Europa. Insbesondere vulnerable Gruppen haben es bei ihrem Start in ein selbstbestimmtes Leben schwer. Dennoch verspüren junge Menschen Vertrauen und blicken optimistisch in die Zukunft. Sie sind politisch interessiert und wollen Gesellschaft aktiv mitgestalten.

In öffentlichen Debatten kommen junge Menschen bisher jedoch viel zu wenig vor. Für eine generationengerechte und zukunftsfähige Gesellschaft müssen die Bedürfnisse junger Menschen ernstgenommen und in den Fokus gerückt werden. Gerade in politisch bewegten Zeiten ist es unumgänglich, jungen Menschen Gehör zu verschaffen und sie ernsthaft zu beteiligen.

Kinder und Jugendliche brauchen stabile Strukturen und ein Gegenüber, das es – neben familiären Kontexten – ermöglicht, sich auszutauschen, Sorgen und Ängste zu artikulieren und auch Schutz zu erfahren. Eine große Zahl Jugendlicher möchte sich beteiligen und etwas verändern. Es braucht Räume, wie sie die Kinder- und Jugendhilfe bietet, um gemeinsam aktiv zu werden und Gesellschaft zu gestalten.

Für all das ist eine gut ausgestattete Kinder- und Jugendhilfe unabdingbar, die junge Menschen unterstützt, begleitet und empowert. Die aktuelle Finanzierung der Kinder- und Jugendhilfe ist allerdings weder auskömmlich noch an die gesellschaftlichen Erfordernisse angepasst. Die bundeszentralen Träger können schon jetzt ihren gesetzlich normierten Aufgaben nicht mehr ausreichend nachkommen. Vor dem Hintergrund eines ausgesetzten Bundeshaushalts 2025 appelliert die initiativeKJP an die neue Bundesregierung: Junge Menschen müssen in den Mittelpunkt der politischen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt werden!

Denn: Der Bund kann in Zeiten der Krise und Transformation dafür Sorge tragen, dass die Kinder- und Jugendhilfe als Struktur für junge Menschen krisenfest ausgestattet ist. Diese im internationalen Vergleich einmalige jugendpolitische Infrastruktur in Deutschland, die der Kinder- und Jugendplan mitermöglicht, braucht eine bedarfsgerechte Finanzierung, die unter anderem langfristige Planungssicherheit schafft. Dafür fordert die initiativeKJP die Aufstockung und Dynamisierung des Kinder- und Jugendplans.

Die initiativeKJP wird auch weiterhin für diese Themen einstehen. Sichtbar wurde dies auch durch die im Fachforum vorgestellte Kampagne „Deutschland hat einen Plan“ (http://deutschlandhatnenplan.de), die ein öffentliches Bewusstsein für eine zukunftssichere Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe schaffen will.

Der Kinder- und Jugendplan (KJP) ist das zentrale Förderinstrument der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene. Die durch den KJP geförderte bundeszentrale Infrastruktur trägt dazu bei, dass alle jungen Menschen möglichst gleiche Chancen erhalten, Benachteiligungen abgebaut werden und Risiken präventiv begegnet wird. 

Die initiativeKJP wurde 2023 vor dem Hintergrund drohender Kürzungen des KJP ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, dieses zentrale Förderinstrument der Kinder- und Jugendhilfe langfristig und nachhaltig zu stärken.

Weitere Informationen zur Kampagne und zur initiativeKJP: www.adb.de/service/newsmeldungen/verbaende-fordern-mittelpunkt-junge-menschen; https://deutschlandhatnenplan.de